EL VY – Return to the Moon 12″ LP

ELVYrttmCoverRegelmäßig schaue ich nach, welche Neuveröffentlichungen bei Mr. Music verfügbar sind. In den letzten Wochen bin ich auf Return to the Moon von EL VY aufmerksam geworden. Der Plattenladen aus Bonn hatte in Klammern erwähnt, dass Matt Berninger, Sänger von The National, das Projekt gemeinsam mit Brent Knopf auf die Beine gestellt hat. Die Stimme von Matt Berninger gefällt mir, die Single Return to the Moon ist ein irre guter Hit. Also habe ich, ganz untypisch für mein Vinyl-Kaufverhalten, einfach zugegriffen.

Beim Auspacken der Platte fällt mir sofort die glänzend-glatte Papphülle auf. Leider eine Sache, die mir überhaupt nicht gefällt. Ständig (Fett-)Fingerabdrücke und irgendwie wirkt es eher billig als wertig. Mit dem Artwork kann ich leider auch nicht sonderlich viel anfangen. Fotos. Nur eben solche, die beliebig wirken. Ein Gatefoldcover, dass man sich hätte sparen können. Denn auf der Innenseite finde ich ein weiteres Foto aus der selben Szene und die üblichen Credits. Ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt enttäuscht bin. Bleibt noch das Innere. Die Papphülle, in der die Schallplatte sich befindet, ist sehr schön und schrill gestaltet, passt aber so gar nicht zur restlichen Aufmachung des Releases. Außerdem fehlen zwei Dinge, die wir im Plattengeschwafel sehr, sehr gerne sehen: Songtexte und ein Download-Code. Fehlt eines von beidem, ist das häufig noch zu verzeihen. Hier ist weder das eine, noch das andere zu finden. Die Enttäuschung setzt sich fort. Bleibt noch das Vinyl. Schwarz, das Label besteht aus einer Aufnahme vom Mond, Angabe der Seite und Liste der Songtitel. Das ist insgesamt nichts schönes.
ELVYrttmPlatteMusikalisch ist die Scheibe abwechslungsreich. Die Songs ähneln sich nicht. Es ist aber auch keine Linie zu erkennen. Willkürlich zusammengesetzt wirkt die Scheibe nach mehrmaligem hören. Verwunderlich, wenn anscheinend mehr als 300 musikalische Ideen zur Verfügung standen (Danke, Kai). Einige Stücke, wie zum Beispiel Silent Ivy Hotel, kommen etwas schräg daher. Songs wie No Time to Crank the Sun daher extrem gefällig und sicherlich auch massenkompatibel. Neben Schlagzeug, Bass und Gitarre gesellen sich noch Synthies, Piano und einige weitere Instrumente zum Arrangement. Return to the Moon stellt als erste Single alle restlichen Songs des Albums in den Schatten, auch wenn die Lyrics der anderen Stücke teilweise sehr humorvoll und abgefahren sind. Vor allem fällt mir auf, dass die Songs aus einer großen Menge Text bestehen. Viel autobiographisches und eine Menge schlechter Witze. Das sagt zumindest Berninger selbst. Die Stimme gefällt durchgängig, aber das kann auch persönliche Vorliebe sein.

ELVYrttmInnenUnter dem Strich bin ich auch gar nicht so enttäuscht, wie diese Worte es vielleicht erscheinen lassen. Ich höre das Album. Derzeit höre ich es auch gern. Das wird aber vermutlich nicht so bleiben. Drei bis vier Songs werden aber bleiben – und die sind richtig gut.

Unbedingt anhören: Return to the Moon, No Time to Crank the Sun

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