Findus – Vis a vis 12“ LP

Die erste Begegnung mit Findus hatte ich 2010. Da gab es die Gruppe schon ein paar Jahre und das Debütalbum Sansibar war etwas mehr als ein Jahr alt. Wir hatten die Jungs damals zu unserem jährlichen X-Mas Pogo eingeladen und wollten gemeinsam mit ihnen und Chefdenker einen fantastischen Abend verbringen. Vieles kam anders, aber es war trotzdem fantastisch.

visAvisBookletChefdenker erlitten Schiffbruch auf der Autobahn, der Winter war endgültig gekommen und auch die Anreise für Findus somit ein Abenteuer. Das X-Mas Pogo bleibt mir als eines der besten überhaupt in Erinnerung. Neben dem großen Auftritt im kleinen JUZ Holzminden hatten wir hinterher noch einen stattlichen Ausflug in die Holzminderer Innenstadt mit Zwischenstopp an der Weihnachtspyramide neben der großen Nase. Einige Zeit später folgte noch ein gemeinsames Konzert im Karoshi in Kassel.

Der Spiegel steigt, die Hoffnung geht. Die Menschen weichen und es leben die Cafés.

Auf der Tour zum Album Mrugalla haben wir uns dann noch im BLA! in Bonn getroffen. Ähnlich starke Performance von Findus. Ich erinnere mich noch daran, wie Lüam von der Bühne auf die Theke überging, um dort weiterzusingen.

Dann kam im März 2013 Vis a vis als drittes Studioalbum. Die Band machte ein-zwei Dinge anders als auf den bisherigen Platten, was nicht jedem Rezensenten sonderlich gut gefallen hat. Ich habe auch etwas Zeit gebraucht, um mit der Scheibe einen Nenner zu finden. Eine solch vernichtende Kritik kam mir dabei allerdings nicht in den Sinn. In bester plattengeschwafel-Manier heißt das:


visAvisCoverAufmachung:
Ich bin begeistert! Ganz ohne Witz. Sehr begeistert sogar! Bevor ich die Platte erstmalig in den Händen hielt, habe ich einige Durchgänge auf Spotify gehört und kannte daher ausschließlich die Musik. Dann halte ich das Kunstwerk in den Händen und bin ganz verzückt. Diese Farben! Alles ist grell mit schwarzem Basisdruck auf rauer Pappe. Das fühlt sich gut an. Ich entdecke das Schulnote-1-Booklet mit Songtexten auf der rechten und Fotos der Künstler auf der linken Seite. Passt perfekt zum Stil der äußeren Aufmachung. Ganz nebenbei segelt der Downloadcode aus der Pappe und fällt neben dem Schreibtisch auf den Boden, während ich das schwarze Vinyl aus der Hülle ziehe. Auf einer Seite des Labels finden sich die Handzeichen wieder, die mir zuvor schon im Booklet aufgefallen waren. Auf der anderen Seite eine einfache Beschriftung.

Musik:
Ich muss gestehen, dass ich nach den ersten drei bis vier Durchgängen immer noch ein bisschen skeptisch war. Zwar gefallen die Top-Songs des Albums, Nachtwache und Ein letzter Gedanke zum Tag, direkt beim ersten Hören, doch der Rest kommt gefühlt in striktem Einheitstempo daher. Alles aus einem Guss könnte ich es nennen, aber eben ein Guss ohne Ecken und Kanten, der Dynamik vermissen lässt. Das bessert sich mit der Zeit. Ich weiß aber nicht, ob ich mich daran gewöhne oder aber einen wirklichen Zugang zu dem Album bekomme. Kein Grund, das Album zu verreißen. Kein Grund zu vermuten, dass Findus ihren musikalischen Höhepunkt hinter sich haben. Seit dem vorherigen Album sind drei Jahre vergangen und dementsprechend groß wirkt der Unterschied. Ist ja auch schön, wenn eine Band sich entwickelt und nicht das siebte Album im selben Stil veröffentlicht. Mittlerweile habe ich Vis a Vis, bzw. Songs vom Album, häufiger gehört als die beiden Vorgängerplatten. Lüam rotzt weniger beim Gesang, alles wirkt professioneller. Das brauchen Findus aber gar nicht,
um gut zu sein.

Scheiß auf die Nachtwache, ich besuche dich, in jedem Krankenhaus der Welt

visAvisVinylFazit:
Gemischte Gefühle. Das Äußere verzückt. Das Innere ist gut, trifft aber nicht immer meinen persönlichen Geschmack. Allerdings sind so gute Songs dabei, dass einer es fasst geschafft hätte, eine prominente Rolle bei einem der größten Lebensereignisse zu bekommen. Da ist also viel Liebe da und das Gejammer kommt vielleicht gerade daher. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre das in diesem Fall ein Schritt zurück zu mehr Punk. Das ändert aber nichts daran, dass die Scheibe in meinem Regal stehen soll und ich sie immer wieder höre.

Unbedingt anspielen: Nachtwache, Ein letzter Gedanke zum Tag

3 Gedanken zu “Findus – Vis a vis 12“ LP

  1. Eine schöne Hülle ist manchmal schon die halbe Miete. Manchmal kauft man allerdings auch Sachen und stellt hinterher fest, dass das jetzt leider das einzig wirklich geile gewesen zu sein scheint. War hier ja wohl nicht der Fall 🙂 Weiß man, wer der alte Knacker auf dem Cover ist?

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