Turbostaat – Vormann Leiss 12″ LP

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch muss gestehen: meine Liebe für Turbostaat ist etwas verblüht. Sie sind aber eine von drei Bands, die meinen Musikgeschmack maßgeblich geprägt haben. Daher möchte ich an dieser Stelle so verliebt schrieben, wie ich es zwischen 2008 und 2013 getan hätte:

In den letzten 15 Jahren gab es drei Eckpfeiler in meiner musikalischen Geschmacksgestaltung. Turbostaat sind, neben Millencolin und Captain Planet, einer davon. 2007/2008 bin ich über unsere Band auf die Scheibe Vormann Leiss aufmerksam geworden und das Teil hat mindestens den ganzen Sommer geprägt. Für mich und meinen damaligen Nachbarn. An dieser Stelle besteht kein Grund zur Sorge. Wir sind verdammt gute Freunde geworden und geblieben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMusik: Was für ein Einstieg! Sänger Jan begrüßt mich mit dem genialsten Albumauftakt, den ich mir vorstellen kann. Von Anfang an gibt es Druck, abgefahrene Gitarren und ein Schlagzeug, dass treibt und treibt und treibt. Das Spiel mit den Deadnotes läuft besonders gut und macht Laune. Ich muss mir nur die Songtitel durchlesen und werde aufgeregt. Turbostaat sind auf ihrem musikalischen Höhepunkt. Song für Song hangele ich mich durch die komplette Scheibe, folge Musik und Texten. Es lohnt sich nicht, irgendetwas besonders hervorzuheben. Das würde der Sache nicht gerecht werden. Stilistisch bin ich in einer Region, die wohl nicht von Turbostaat erfunden wurde. Für mich sind sie aber der Einstieg in diese Art des deutschsprachigen Punks. Halb gesprochen, halb gesungen. Das kannte ich vorher nicht wirklich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAufmachung: 12“, schwarzes Vinyl. Label mit Inhalt der entsprechenden Seite, dazu Coverart in klein. Das ist nicht spektakulär, aber das ist alles, was die Platte benötigt. Das Booklet ist, typisch für Turbostaat, ein absoluter Kracher. Bunt illustriert, abgedruckte Texte. Alles auf eine Art und Weise, die einfach stimmig ist, zur Musik, zur Band passt. Alles gut an dieser Stelle.

Fazit: In den deutschsprachigen Punk-Alben unter den Top 3. Das Ding macht mich nicht satt. Es ist so gut, dass ich es immer wieder hören will und ich erfreue mich auch nach dem wasweißichwievielten Durchgang immer noch über die starken Texte, Beobachtungen, Wortgewandtheit – und jetzt höre ich besser auf, bevor das noch viel zu viel Liebe wird.

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Wertung: 10/10
Unbedingt reinhören: von Anfang bis Ende. Immer und immer wieder.

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