Adam Green & Binki Shapiro – self titled 12″ LP

adambinkfrontEs ist zehn Jahre her, dass ich ein Album von Adam Green mochte. Gemstones hat mir 2005 gut gefallen und ich habe das Werk des seltsamen Typen aus Mount Kisco (NY) wohl auch ein paar Wochen in Dauerrotation laufen lassen. Die älteren Alben ließen mich damals verstört zuhören und ich bekam nie einen Zugang dazu. Mit den Nachfolgern lief es genau so. Bis zum letzten Jahr, als ich bei Spotify nach langer Zeit wieder nach Adam Green suchte. Da fiel mir das self-titled Album von Green und Binki Shapiro ins Auge und eroberte mein Herz im Sturm. Die LP gab es zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu kaufen, eine Nachpressung ist nicht in Sicht. Keine leichte Aufgabe also, an das Vinyl zu kommen. Glücklicherweise hat Christian aber aufgepasst und mir zu meinem eigenen Exemplar verholfen. Ansonsten würde ich heute vielleicht immer noch suchen.

Forgive my ugliness should I find out
Something I don’t want to know about
[…]
Why are you always finding
New ways of wasting my time
Why are you always hiding
Am I not supposed to look you in the eye

Musik: Für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Nicht, weil ich die Scheibe durchwachsen finde, sondern weil sich die Beziehung zwischen Green und Shapiro im Verlauf des Albums immer wieder zu entwickeln und umzuschlagen scheint. Mal besingt Shapiro sich als von Green abhängig, mal zeigt sie ihm auf, dass sie ihn durchschaut hat und wirkt dabei teilweise charakterlich stärker als er. Immer wieder stehen die Aussagen in den Textzeilen im Kontrast zur ruhigen, harmonisch wirkenden Musik und dem gesanglichen Vortrag. Mein persönliches Highlight ist aber ein Lied, in dem Binki Shapiro alleine singt: Casanova packt mich immer wieder aufs Neue und beschreibt, wie Shapiro Green durchschaut, aber irgendwie nichts dagegen machen kann. Die gesamte A-Seite ist eine wahre Freude, auf der B-Seite gefällt mir I never found out nicht sonderlich gut und stört gemeinsam mit dem direkt folgenden What’s the reward etwas den Hörfluss.

One day I’ll be a man
An old face like a maze

adambinktextAufmachung:
Die Platte ist aus schwarzem Vinyl und hat ein blass-schwarzes Label, auf dem die jeweiligen Songs der Seite gelistet sind. Das restliche Artwork fügt sich in das Konzept ein. Schwarzweißes Coverfoto, schwarzer Hintergrund, türkise Schrift. Die Hülle lässt sich aufklappen; innen sind die Songtexte abgedruckt. Auf der Rückseite befindet sich eine Tracklist. Damit ist auch schon alles gesagt. Ich habe die Platte gebraucht gekauft und keinen Download-Code bekommen. Allerdings war dieser wohl im ursprünglichen Release enthalten. Schnörkellos und unaufgeregt wie der musikalische Vortrag.

Fazit:
Nachdem ich mir von dem Album auf Spotify einen Eindruck verschafft habe, stand es für mich fest: Adam Green ist wieder in meinem Ohr und diese Scheibe muss auf meinem Teller landen. Die Songs sind nicht alle großartig, insgesamt ist es derzeit trotzdem eine meiner liebsten Platten in der Sammlung. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass das nicht immer so bleiben muss und vermutlich auch nicht wird. Meine Schwäche für weniger harmonische Beziehungs-Texte nutzen die beiden Musiker auf jeden Fall zu ihrem Vorteil.

Gesamtwertung: langfristig 7/10, derzeit 9/10 😉
Unbedingt reinhören: Casanova, Don’t you want me to, Don’t ask for more

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